Der Vorsitzende der SGI veröffentlicht einen Fünf-Punkte-Plan zur Abschaffung von Atomwaffen

Tokio, 09.09.2009 - Daisaku Ikeda, Vorsitzender der buddhistischen Gemeinschaft Soka Gakkai International (SGI) veröffentlichte am 8. September einen Vorschlag, der konkrete Schritte zur Abschaffung nuklearer Waffen enthält

Der Vorsitzende der SGI veröffentlicht einen Fünf-Punkte-Plan zur Abschaffung von Atomwaffen

SGI Anti-Atomwaffen-Ausstellung "From a Culture of Violence to a Culture of Peace - Transforming the Human Spirit" im April 2008 im UN-Hauptquartier in Genf

Daisaku Ikeda, der seit über 50 Jahren ein entschiedener Gegner dieser inhumanen Waffen ist, betonte, dass wir jetzt die einzigartige Gelegenheit haben, eine Solidarität auf breiter Basis zu schaffen, politische Prozesse voranzutreiben und aus der Stagnation auszubrechen, die die Bemühungen um die nukleare Abrüstung und die Nichtweitergabe stets begleitet hat.

Ikeda zielt auf die in der heutigen Welt im Hinblick auf den Besitz nuklearer Waffen vorherrschende Doppelmoral und weist darauf hin, dass es keine rationalen Argumente mehr gibt, die für ihre Beibehaltung sprechen.

Um Frieden und Stabilität in der nordostasiatischen Region zu schaffen, drängt er alle Länder, die an den Sechsparteiengesprächen über Nordkoreas Atomwaffenentwicklungsprogramm beteiligt sind, Nordostasien zu einer nuklearfreien Region zu erklären, um sie zu einem atomwaffenfreien Gebiet zu machen.

Der Vorschlag von Ikeda fasst unter dem Titel "Building Global Solidarity Toward Nuclear Abolition" (Schaffung einer weltweiten Solidarität zur nuklearen Abrüstung) fünf wichtige Schritte zusammen, die in den nächsten fünf Jahren zu ergreifen sind. Diese Schritte sind:

1. Die fünf anerkannten Atomwaffenstaaten kündigen auf der nächstjährigen Konferenz zur Überprüfung des Nichtverbreitungsvertrags (NVV) - auch Atomwaffensperrvertrag genannt - ihr Engagement für eine gemeinsame Vision einer atomwaffenfreien Welt an und leiten umgehend konkrete Schritte zu ihrer Umsetzung ein.

2. Die Vereinten Nationen setzen ein Expertenforum zur nuklearen Abschaffung ein und bauen die Beziehungen mit der Zivilgesellschaft für eine verstärkte Zusammenarbeit im Abrüstungsprozess aus.

3. Die Vertragsstaaten des NVV stärken die Mechanismen zur Nichtweitergabe von Atomwaffen und bauen Hindernisse ab, die der Beseitigung von Atomwaffen bis zum Jahr 2015 im Wege stehen.

4. Alle Staaten tragen aktiv dazu bei, bis zum Jahr 2015 die Rolle der Atomwaffen in der nationalen Sicherheit zu reduzieren und weltweit die Errichtung von Sicherheitsvorkehrungen zu entwickeln, die von Atomwaffen unabhängig sind.

5. Die Weltbevölkerung äußert eindeutig ihren Willen zur Ächtung der Atomwaffen und die Einführung einer internationalen Norm bis zum Jahr 2015, die als Fundament für die Nuklearwaffenkonvention dient.

Ikedas Vorschlag wird am 10. September auf einer Veranstaltung anlässlich der bevorstehenden Jahreskonferenz für Nichtregierungsorganisationen der UN-Hauptabteilung für Presse und Information in Mexiko-Stadt vorgestellt. Die Konferenz hat das Ziel, der 2010 stattfindenden Konferenz zur Überprüfung des NVV, die eine entscheidende Gelegenheit bietet, bei der Abschaffung nuklearer Waffen Fortschritte zu erzielen, einen wichtigen Impuls zu geben.

Im Jahr 2006 hatte Ikeda einen Vorschlag für eine Reform der Vereinten Nationen veröffentlicht, in dem betont wird, dass nur ein zunehmender öffentlicher Druck gegen die Atomwaffen die Regierungen schliesslich zum Handeln zwingen wird. Im Jahr 2007 rief die SGI die "People's Decade for Nuclear Abolition" (Jahrzehnt der Menschen für die Abschaffung von Atomwaffen) ins Leben und intensivierte gemeinsam mit anderen Nichtregierungsorganisationen ihre Bemühungen um eine Bewusstseinsbildung.

Ikeda erklärte, dass der Kampf gegen die nuklearen Waffen letztendlich ein moralischer Kampf ist, und erläuterte: "... um die Ära des nuklearen Terrors hinter uns zu lassen, müssen wir den Kampf gegen den wirklichen Feind aufnehmen. Dieser Feind sind weder die nuklearen Waffen an sich noch die Staaten, die diese besitzen oder entwickeln. Der wirkliche Feind, dem wir gegenübertreten müssen, ist die Denkweise, die die nuklearen Waffen rechtfertigt, und die Bereitschaft, andere zu vernichten, wenn sie als eine Bedrohung oder als ein Hindernis für die Verwirklichung eigener Ziele angesehen werden."

Daisaku Ikeda ist Präsident der buddhistischen Laiengemeinschaft Soka Gakkai International, einem internationalen Netzwerk mit 12 Millionen Mitgliedern. Die Aktivitäten der Gemeinschaft zur Förderung einer Kultur des Friedens beruhen auf jahrhundertealten Traditionen des buddhistischen Humanismus.

Weitere Informationen über die Aktivitäten der SGI gegen Nuklearwaffen finden Sie unter: http://www.sgi.org/assets/pdf/do/SGI_NGO_AR_2009.pdf

Für die Kampagne "People's Decade for Nuclear Abolition" hat die SGI Lernmaterialien erstellt, darunter die mehrsprachige DVD "Testimonies of Hiroshima and Nagasaki: Women Speak Out for Peace" / Zeugnisse aus Hiroshima und Nagasaki: Frauen erheben ihre Stimme für den Frieden). Siehe: http://www.peoplesdecade.org

Pressekontakt:
Joan Anderson, Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Soka Gakkai
International
Tel.: +81-3-5360-9482
Fax: +81-3-5360-9885
email: janderson[at]sgi.gr.jp

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