Vortrag von Nina Eisenhardt über „Atomwaffen – von Hiroshima bis heute“

Am 20. April 2011 hielt Nina Eisenhardt im SGI-D Kulturzentrum Villa Sachsen in Bingen am Rhein einen Vortrag über „Atomwaffen – von Hiroshima bis heute“.

Vortrag von Nina Eisenhardt über „Atomwaffen – von Hiroshima bis heute“

Nina Eisenhardt; Foto: K. Böhm

Die 20-Jährige engagiert sich seit ihrer Schulzeit für Frieden und nukleare Abrüstung. Sie studiert Politikwissenschaften an der Universität Darmstadt und ist Koordinatorin des Jugendnetzwerkes Ban All Nukes Generation (BANg!) in Europa.

Zu Beginn ihres Vortrags erläuterte Nina Eisenhardt die Entstehungsgeschichte der Atombombe im Rahmen des „Manhattan Projects“ und wie es zu den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki im Jahr 1945 kam. Obwohl die Sprengkraft der Atombomben von Hiroshima und Nagasaki 300.000 Menschen das Leben kostete, wurden in den Jahren 1945 bis 1998 weltweit ca. 2.000 Atomwaffentests durchgeführt. Laut Nina Eisenhardt werden aktuell noch immer ca. 23.000 Atomwaffen auf der ganzen Welt gelagert.

Die Abrüstung der Atomwaffen sei aufgrund des Sicherheits-Dilemmas ein schwieriges Unterfangen: Solange ein Staat Atomwaffen besitzt, wird auch immer ein anderer danach streben. Nina Eisenhardt sagte, dass wir unbedingt umdenken und die humanitäre Sicherheit anstelle von nuklearer Abschreckung in den Mittelpunkt stellen müssen, wenn wir eine Lösung des Problems der atomaren Bedrohung finden wollen. Nina Eisenhardt ging in ihrem Vortrag auch darauf ein, dass die Weltgemeinschaft durch die Ereignisse in Japan in den letzten Wochen erleben musste, wie zerstörerisch auch die friedliche Nutzung von Kernkraft wirken kann. Sie verdeutlichte anhand des Brennstoffkreislaufs die Verbindung zwischen ziviler Nutzung der Kernkraft zur Energiegewinnung (Atomkraftwerke) und militärischer Nutzung (Atomwaffen).

Der Vortrag wurde von Mitgliedern der SGI-D in Hessen und Rheinland-Pfalz organisiert. Die Veranstaltung bildete den Auftakt für insgesamt drei Aktivitäten in der Region, durch die das öffentliche Bewusstsein für die atomare Bedrohung gestärkt und damit eine Ursache gesetzt werden soll, eine atomwaffenfreie Welt zu erschaffen.

Für den 6. August 2011 ist anlässlich des Jahrestages des Atombombenabwurfs über Hiroshima ein weiterer Vortrag in der Villa Sachsen geplant. Ab dem 30. Oktober 2011 soll hier auch die Ausstellung "Von einer Kultur der Gewalt zu einer Kultur des Frieden: Anders denken, anders leben" gezeigt werden.

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