Vortrag von Prof. Dr. Helwig Schmidt-Glintzer auf der Frankfurter Buchmesse

Während der internationalen Buchmesse in Frankfurt fand am Freitag, den 10. Oktober der von der SGI organisierte, öffentliche Vortrag von Professor Schmidt-Glintzer statt. Das Thema seines Vortrags: „Was kann der Buddhismus zum Frieden in Europa beitragen?“ Anlass dieser Veranstaltung war die Veröffentlichung der „Schriften Nichiren Daishonins“ im Verlag der Soka Gakkai und im Verlag Herder.

Professor Dr. Helwig Schmidt-Glintzer, der den Vortrag hielt, ist ein deutscher Sinologe und leitet seit 1993 als Direktor die „Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel“. Die Bibliothek ist eine führende außeruniversitäre Forschungseinrichtung auf dem Gebiet der Mittelalter- und Frühneuzeitforschung. Neben dem Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz war auch  Gotthold Ephraim Lessing hauptamtlicher Bibliothekar in Wolfenbüttel. Professor Schmidt-Glintzer hat die Endfassung des Buches „Die Schriften Nichiren Daishonins“ wissenschaftlich überarbeitet und seinem Vortrag konnte man sein profundes Wissen über den Buddhismus entnehmen.  

In seiner Rede zitierte er aus dem Vorwort von Daisaku Ikeda, Präsident der SGI, der die Bedeutung von Religion und Dialog im 21. Jahrhundert betont. Die Herausgabe der Schriften Nichiren Daishonins „öffnen den Königsweg des Dialogs zwischen dem Buddhismus und den Menschen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und dem deutschsprachigen Raum. Darüber hinaus wohnt dem Weg des Dialogs auch eine Bedeutung inne, die unsere Zivilisation als Ganzes betrifft. ,Die Schriften Nichiren Daishonins' fördern den Dialog zwischen dem Buddhismus und den zahlreichen Religionen, die in den Ländern des deutschsprachigen Raumes vertreten sind.“

Die Schwierigkeit bei der Übersetzung beschrieb Professor Schmidt-Glintzer so: „Es mussten Begriffe gefunden werden, die in der Lehre feststehen, für die es im Deutschen aber noch keine Normierung gab.“ Ein Beispiel hierfür ist der Begriff „Stupa“. Ist damit der im Deutschen bereits existierende Begriff „Stupa“ gemeint oder eine Pagode? Durch die Zusammenarbeit eines ganzen Teams, so bestätigte er, wurde eine übereinstimmende Übersetzung gefunden und sind diese Probleme sehr gut gelöst worden. Über die wissenschaftliche Erkenntnis hinaus konnte er auch einen persönlichen Gewinn aus der Arbeit an den Schriften Nichirens ziehen. „Es gibt ganz wunderbare Geschichten, Erzählungen und Beispiele, sozusagen prägende Bilder. Und bei der Lektüre dieser Schriften, die ja auch zum Teil Dialoge bzw. Briefe, Auseinandersetzungen mit anderen sind, lernt man sehr viel über den Geist dieses Lehrers. Und das lässt einen nicht unbeeindruckt, weil hier eine bestimmte Ausprägung des Mahayana-Buddhismus und seines Verständnisses zum Ausdruck kommt, die auch die Anwendbarkeit dieser Lehre in der realen Lebenswelt, wie es in seiner Zeit der Fall war, demonstriert. Das ist schon eindrucksvoll und über das Wissenschaftliche hinaus ein Gewinn.“ 

him

 
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