Binger Meisterkonzert: Eduard Stan

Eduard Stans Klavierrecital unter dem Motto „Zwischen Himmel und Hölle“ bietet mit Werken von Liszt und Schubert das perfekte Eröffnungskonzert zum Binger Jahresmotto „Gott und die Welt“ und ist zugleich Nachklang zum 200. Geburtstag von Franz Liszt 2011.

14.01.2012, 20:00 Uhr, Kulturzentrum Villa Sachsen, Bingen am Rhein

Binger Meisterkonzert: Eduard Stan

Eduard Stan; Foto: Sabrina Scheffer

Der Kontrast zwischen seiner epischen Tondichtung „Bénédiction de Dieu dans la solitude“ (dt. Gottessegen in der Einsamkeit) und der Fantasie „Après une lecture du Dante“ (dt. Nach einer Dante-Lektüre) könnte dabei kaum größer ausfallen. In dieser „Fantasia quasi Sonata“ setzt Liszt – einer Simultan-Vision gleich – den Höllenszenarien aus Dantes „divina comedia“ jene himmlischen Engelsgesänge und Choräle gegenüber, die der kontemplativen Atmosphäre des Gottessegens entlehnt sind. Manch einer mag beim Hören dieser in Töne gesetzten Einsamkeit den biblischen Bericht zur 40-tägigen Fastenzeit Jesu in der Wüste assoziieren.

Schuberts letzte Klaviersonate umweht eine Aura von metaphysischer Transzendenz und Entrücktheit, die sich insbesondere im Andante sostenuto des zweiten Satzes voll entfaltet. Bei der auditiven Durchwanderung dieses so hintergründig wie philosophisch anmutenden Werkes nimmt man Schuberts „himmlischen Längen“ gar nicht mehr wahr, wenngleich dieses musikalische Testament des Wiener Meisters fast 40 Minuten dauert…

Eduard Stan, 1967 als Spross rumänischer Eltern im multikulturellen Kronstadt in Siebenbürgen geboren, wird von der FAZ als „Pianist mit eminentem Klangfarbensinn“ bezeichnet. Seit seiner Übersiedlung nach Deutschland im Alter von elf Jahren gastierte er in den meisten Ländern Europas und den USA.

Seinen pianistischen Feinschliff erhielt Eduard Stan bei Arie Vardi, Karl-Heinz Kämmerling und Martin Dörrie an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover, wo er auch sein Konzertexamen absolvierte. Wichtige künstlerische Impulse verdankt er Persönlichkeiten wie Herbert Blomstedt, Matthias Goerne, Paul Badura-Skoda, Karl Engel und Boris Berman.

Eduard Stan lehrte mehrere Jahre an der Musikhochschule Lübeck und war Initiator und künstlerischer Leiter des Enescu-Festivals Heidelberg / Mannheim 2005. Für seine Verdienste um die Verbreitung rumänischer Kultur im Ausland wurde er 2009 wurde mit dem wichtigen Prometheus-Kulturpreis seines Heimatlandes ausgezeichnet.

 

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Programm:

„Zwischen Himmel und Hölle“
Franz Liszt (1811 – 1886):
Les jeux d´eau à la villa d´Este
Bénédiction de Dieu dans la solitude
Après une lecture du Dante
Harmonies du soir
Franz Schubert (1797 – 1828) Sonate B-Dur D 960

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Veranstalter:

Stadt Bingen

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Veranstaltungsort:

Kulturzentrum Villa Sachsen 
Mainzer Str. 184
55411 Bingen am Rhein

Tel: (06721) 9040


Lageplan bei GoogleMap

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Weitere Informationen:
Kulturbüro Bingen, Museumstraße 3, 55411 Bingen am Rhein,
Tel: 06721/ 990654 oder 991531, E-Mail: kulturbuero@bingen.de 

 

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