Binger Meisterkonzert: Concert Royal, Köln
Das Programm dieses Abends vereint kirchenmusikalische Werke sowie weltliche, tänzerische Musik für die sehr selten zu hörende Formation eines historischen „Oboen-Orchesters“.
27.10.2012, 20:00 Uhr, Kulturzentrum Villa Sachsen, Bingen am Rhein
Ensemble Concert Royal, Köln:
In einer Besetzung mit drei Oboen, Taille, Fagott und Orgel auf historischen Instrumenten der Barockzeit
Bläsermusik mit Oboen und Fagott, mit und ohne Tasteninstrument, hat ihren Ursprung bei den höfischen Oboenensembles. Im Frankreich des späten 17. Jahrhunderts wurden die Holzblasinstrumente, die ursprünglich nur der Freiluftmusik dienten, für den Hof Ludwigs XIV. zu konzertfähigen Instrumenten weiterentwickelt. Zu den musikalischen Einrichtungen am Hofe gehörten einige Bläserkapellen, die von Amts wegen entweder der „Grande Ecurie“ (dem Marstall) oder dem Militär zugeordnet waren. Die berühmteste unter ihnen war das als „Douze grands Hautbois du Roi“ bekannte Oboenensemble.
Neben der Aufgabe, bei offiziellen Feierlichkeiten im Freien, bei Paraden, Empfängen und Bällen aufzutreten, beteiligten sich Oboenensembles an den – sowohl drinnen als auch draußen – stattfindenden Theateraufführungen, Kammerkonzerten und waren auch zahlreich bei der Musik im Gottesdienst vertreten. Von Frankreich ausgehend, verbreitete sich diese Formation an den meisten europäischen Fürstenhöfen.
Auch der junge Johann Sebastian Bach lernte auf diese Weise die Oboe kennen und setzte sie bald in seinen Kirchenkantaten ein. Der größte Teil der erhaltenen Musik für „Hautboisten – Banden“ liegt heute unveröffentlicht in verschiedenen Bibliotheken Europas. Im Gegensatz zu dieser weltlichen Bläsermusik, gibt es in Deutschland eine Ausnahme: Musik für Oboenensemble mit Orgel, also aufgeführt in der Kirche: der Bach-Zeitgenosse Johann Michael Müller (1683 – 1743), heute nahezu unbekannt, wurde in Schmalkalden geboren und wirkte in Hanau als Musikdirektor, Organist und Komponist. Müllers Werke für Oboenensemble und Basso continuo sind unbedingt hörenswerte Kleinodien, die in ihrem Stil Merkmale des italienischen Frühbarock mit solchen der Kompositionsstile Buxtehudes, Corellis und Händels vereinen.
Die Aufführung von Bläsermusik des 18. Jahrhunderts mit dem originalen Instrumentarium der jeweiligen Epochen und Länder ist das Hauptanliegen des von der Oboistin Karla Schröter 1987 gegründeten Ensembles Concert Royal, Köln. Hierbei bemüht sich Concert Royal, Handschriften oder Erstdrucke "neuer Werke", die seit dem 18. Jahrhundert nicht mehr zur Aufführung gekommen sind, in Archiven und Bibliotheken ausfindig zu machen, um sie wieder zum Erklingen zu bringen.
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Programm:
"Bläsermusik an deutschen Fürstenhöfen"
Johann Michael Müller (1683 – 1743):
Aus den 12 Sonaten (Concerti grossi) für konzertierende Oboe, zwei Oboen, Taille und Basso continuo op.1 (gedruckt in Amsterdam bei Roger, ca. 1709).
Sonata Nr. 1 in G-Dur, Sonata Nr. 2 in g-Moll, Sonata Nr. 3 B-Dur, Sonata Nr. 10 G-Dur
Georg Philipp Telemann (1681 – 1767):
Sonata f-Moll für Fagott und Basso continuo
sowie weitere Werke von Vivaldi und Händel
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Veranstaltungsort:
Kulturzentrum Villa Sachsen
Mainzer Str. 184
55411 Bingen am Rhein
Tel: (06721) 9040
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Weitere Informationen:
Kulturbüro Bingen, Museumstraße 3, 55411 Bingen am Rhein,
Tel: 06721/ 990654 oder 991531, E-Mail: kulturbuero@bingen.de
