SGI-D

Rund 5.000 Mitglieder praktizieren in der Soka Gakkai International - Deutschland (SGI-D) Buddhismus. Im SGI-D Kulturzentrum "Villa Sachsen" finden neben buddhistischen Seminaren auch kulturelle Veranstaltungen für die Öffentlichkeit statt

Die ersten Praktizierenden des Nichiren-Buddhismus kamen schon in den frühen 60er Jahren aus Japan nach Europa und auch nach Deutschland. Im Jahre 1970 wurde die SGI-D e.V. als gemeinnützige Organisation ins Vereinsregister eingetragen. Die SGI-D finanziert sich - wie ihre Schwesterorganisationen weltweit - durch freiwillige Spenden der Mitglieder. Studien- und Gästeversammlungen dienen dem Austausch untereinander und öffnen die Gemeinschaft für Menschen anderer Weltanschauung.

Kulturzentren der SGI-D

1994 erwarb die SGI-D ein denkmalgeschütztes Landgut, das 1997 nach umfassenden Umbau- und Sanierungsmaßnahmen als "Kulturzentrum Villa Sachsen" eröffnet wurde.

Villa Sachsen
Villa Sachsen

Seitdem herrscht dort ein reges Leben: Aus ganz Deutschland reisen Mitglieder der Glaubensgemeinschaft hierher, um an buddhistischen Seminaren teilzunehmen. Auch Hochzeiten werden nach buddhistischem Ritual gefeiert. Darüber hinaus kommen die Bürgerinnen und Bürger aus Bingen und Umgebung zu Konzerten, Vorträgen und Ausstellungen, die teils in Eigenregie, teils gemeinsam mit der Stadt Bingen oder anderen Initiatoren veranstaltet werden.

Jährlicher Höhepunkt ist der "Tag des Offenen Denkmals". Mittlerweile sind es an die tausend Menschen, die an diesem besonderen Tag das denkmalgeschützte Gebäude mit seinen Parkanlagen erkunden und das umfangreiche Kulturprogramm genießen, das SGI-D-Mitglieder für die Gäste gestalten.

Weitere Kulturzentren bestehen in den Städten Berlin, Hamburg, Bremen, Düsseldorf und Mörfelden-Walldorf bei Frankfurt.

Persönliches Engagement und buddhistische Treffen vor Ort

Besonders betont wird in der SGI-D das persönliche Engagement der Mitglieder. Frieden schaffen heißt, mutig nach Wegen zu suchen, wie sich Probleme überwinden lassen und Dialoge auch in schwierigen Lebenslagen möglich werden. Diese Friedensarbeit findet in der Familie und im Freundeskreis statt, in der Nachbarschaft und am Arbeitsplatz.

Die wichtigsten buddhistischen Treffen gibt es darum im kleinen Kreis vor Ort. Nach einer gemeinsamen Rezitation des Lotos-Sutra
Gruppenversammlung
Gruppenversammlung
steht der Austausch im Mittelpunkt. Es werden buddhistische Themen studiert und mit dem eigenen Alltag in Verbindung gebracht. Man kann anderen zuhören, von ihrer Lebenserfahrung lernen, eigene Erfahrungen weitergeben und andere bestärken. Ein soziales Netz wird geknüpft und Menschen ermutigen einander, die Tragweite ihres Lebens zu erkennen und ihre Fähigkeiten sinnvoll einzusetzen.

Ergänzend dazu gibt es vielfältige weitere Möglichkeiten der Begegnung und Mitarbeit: Einige Mitglieder sind in ihren Gemeinden und Städten zum Beispiel im interreligiösen Dialog engagiert. Es gibt einen Austausch der Ärztinnen und Ärzte in der SGI-D, der Menschen in pflegenden und in pädagogischen Berufen, der Künstlerinnen und Künstler und der Studierenden. Häufig treffen sich die jüngeren Praktizierenden unter sich, bisweilen auch die Seniorinnen und Senioren, manchmal ausschließlich Mütter oder Väter, Frauen oder Männer, in vielen größeren Städten regelmäßig homo- und transsexuelle Mitglieder.

Kirschblüte in der Villa Sachsen
Kirschblüte in der Villa Sachsen
Es gibt die Möglichkeit, wochenweise die Villa Sachsen zu besuchen, um bei der Garten- und Hausarbeit zu helfen oder dortige Seminare durch die Mitarbeit am Empfang oder die Betreuung der technischen Anlagen zu unterstützen. In all dem geht es nicht darum, sich in Berufs- oder Interessengruppen aufzuspalten, sondern im Gegenteil: im Austausch mit Menschen aller Art und durch ein aktives Miteinander die eigene buddhistische Praxis und das Verständnis der buddhistischen Philosophie zu vertiefen.


Engagement für Frieden, Kultur und Erziehung

Menschenrechtsausstellung Frankfurter Römer
Menschenrechtsausstel- lung Frankfurter Römer
Im Frankfurter Römer war 1995 die Ausstellung "Die Würde des Menschen ist unantastbar - Menschen - Rechte - Heute" zu sehen, die von der SGI-D in Zusammenarbeit mit der hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung unter der Schirmherrschaft des damaligen Ministerpräsidenten Hans Eichel veranstaltet wurde. Mitglieder der SGI-D organisierten - unterstützt von der Stadt Köln - 1994 im Kölner Rautenstrauch Joest Museum eine Kunstausstellung gegen Fremdenfeindlichkeit mit dem Titel "Leben in Deutschland: Fremdheit-Identität-Begegnung". Anlässlich des 50. Jahrestages der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte" durch die Vereinten Nationen am 10. Dezember 1998 führte die Jugend der SGI-D in der Villa Sachsen das zweitägige Seminar "Menschenrechte bewegen" durch. Im Rahmen des Menschenrechtsprojektes zeigte die Unicef ihre Exponate zum Thema "Kinder haben Rechte" in den Räumen der Villa Sachsen.

Das kulturelle Engagement der SGI-Organisationen in den verschiedenen Ländern ist vielfältig: So veranstaltete die SGI-D
Aufbruch mit Goethe
Aufbruch mit Goethe
beispielsweise im Goethejahr 1999 ein abwechslungsreiches Kulturprogramm mit dem Titel "Aufbruch mit Goethe", dessen Aufführungen zur Annäherung an Goethes Leben und Werk einluden. Ebenfalls mit Unterstützung bzw. organisiert von der SGI-D wurde im Mai 2000 die Ausstellung "Buddhistische Manuskripte der Großen Seidenstraße. Das Lotossutra und seine Welt" in der Wolfenbütteler Herzog-August-Bibliothek gezeigt. Diese einzigartige Zusammenstellung beinhaltet wertvolle Manuskripte und Blockdrucke. Sie stammen aus der Sammlung der Sankt Petersburger Abteilung des Institute of Oriental Studies der Russischen Akademie der Wissenschaften und sind erstmals in Europa der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden.

In Kooperation mit UNESCO und UNICEF hat die SGI-D in verschiedenen Städten Deutschlands (unter anderem Berlin, Hamburg, München-Wolfratshausen, Oldenburg, Erlangen, Seifhennersdorf) in den zurückliegenden Jahren Kinderbilder-Ausstellungen veranstaltet - eine Wanderausstellungsreihe, die fortgesetzt wird. Die Idee dazu wurde vor 14 Jahren von
Kinderbilderausstellung
Kinderbilderausstellung
SGI-Präsident Daisaku Ikeda ins Leben gerufen. Im Rahmen von Wanderausstellungen, die bisher in über 26 Ländern zu sehen waren, haben Fünf- bis Fünfzehnjährige aus aller Welt ihre Wünsche, Hoffnungen und Visionen zu Papier gebracht und so ihre Gedanken und Gefühle für die Zukunft übermittelt. An jedem Ort, an dem die Ausstellung stattfindet, organisieren Mitglieder der SGI in Kindertagesstätten, Kinderläden und Schulen Malaufrufe und kümmern sich um Veranstaltungsort, Ausstellungsaufbau und -betreuung. 

 

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