SGI

Die SGI bezeichnet sich heute als "Gesellschaft für Frieden, Kultur und Erziehung". Auf dieser Grundlage bemühen sich die Mitglieder der SGI darum, kulturellen Austausch zu fördern und das humanitäre Gedankengut des Buddhismus zu vermitteln.

 
SGI-Mitglieder
SGI-Mitglieder
 
Die Gemeinschaft wurde 1930 als "Soka Kyoiku Gakkai" (Gesellschaft für Werte schaffende Erziehung) von den japanischen Pädagogen Tsunesaburo Makiguchi und Josei Toda gegründet und gehört als Glaubensgemeinschaft von Laiengläubigen der Schule des buddhistischen Gelehrten Nichiren (1222-1282) an.

Der Buddhist, Schriftsteller und Philosoph Daisaku Ikeda (Jahrgang 1928) wurde 1960 zum Präsidenten der Soka Gakkai ernannt. Er machte sich den Wunsch seines Vorgängers Toda zu eigen, die Bemühung um Frieden in der Philosophie des Mahayana-Buddhismus weltweit bekannt zu machen. In den 60er Jahren breitete sich der Buddhismus Nichirens über Japan in andere Länder aus. 1975 gründete Daisaku Ikeda die SGI als Dachverband der nationalen Religionsgemeinschaften.

Daisaku Ikeda
Daisaku Ikeda
Seit 1983 ist die SGI als "Nichtregierungsorganisation" (NGO) den Vereinten Nationen angegliedert und führt Flüchtlingshilfe- und Bildungsprogramme in den Bereichen Abrüstung, Umwelt, Menschenrechte und Entwicklung durch. 1983 wurde SGI-Präsident Daisaku Ikeda für die Friedensarbeit der SGI mit dem Friedenspreis der Vereinten Nationen ausgezeichnet.

1991 kam es zur Trennung zwischen der Nichiren Shoshu Priesterschaft und der SGI. Tatsächlich gab es schon länger Spannungen. Die SGI hat sich jedoch über viele Jahrzehnte hinweg bemüht, zu einer guten Verständigung zu kommen. Dennoch war der Bruch am Ende unvermeidbar, da die Priesterschaft auf Anschauungen wie Ungleichheit von Laien und Priestern oder Unfehlbarkeit des Hohepriesters beharrte. Diese Ansichten sind nach Auffassung der SGI mit den Lehren Nichirens und des Lotos-Sutra unvereinbar.

Engagement für die Erziehung

Nichirens Lehre betont, dass individuelles Glück und gesellschaftlicher Wohlstand und Friede untrennbar sind. Es ist somit Aufgabe einer Religion, zum Wohlergehen der Gesellschaft beizutragen. In dieser gesellschaftlich engagierten Tradition steht auch die SGI. Da sie aus einer Bewegung japanischer Pädagogen entstanden ist, hat das Thema
Absolventen der Soka-Universität in den USA
Absolventen der Soka-Universität in den USA
Erziehung einen wichtigen Stellenwert. Kindern eine humanistische Erziehung zu ermöglichen, war ausschlaggebend für die Gründung der ersten Soka-Schulen in Japan in den 60er Jahren.

Heute unterstützt die SGI weltweit eine Reihe von Bildungseinrichtungen. Neben einem Netzwerk von Soka-Kindergärten, Grundschulen und weiterführenden Schulen in Japan gibt es seit den 90er Jahren auch Soka-Kindergärten in Hong Kong, Singapur und Malaysia. 1971 gründete Daisaku Ikeda die privaten Soka-Universitäten in Japan und USA, deren Philosophie auf buddhistischen Prinzipien beruht. Sie unterhalten einen regen akademischen Austausch mit weltweit über 60 Partneruniversitäten. Sämtliche Einrichtungen stehen Schülern und Studenten aller Glaubensrichtungen offen.

Friedensarbeit

Ausstellung "From a Culture of Violence to a Culture of Peace: Transforming the Human Spirit"
Eröffnung der Ausstellung ''From a Culture of Violence to a Culture of Peace: Transforming the Human Spirit'' im Hiroshima Peace Center (22.01.2010)
Der Einsatz für den Frieden äußert sich in zahlreichen Informationsveranstaltungen in Form von Ausstellungen, Symposien und Foren, die die Notwendigkeit einer globalen Perspektive zur Lösung dringender Probleme unserer Zeit unterstreichen. Dazu zählt beispielsweise die in Zusammenarbeit mit dem UN Department of Public Information entstandene Ausstellung "Nuklearwaffen: eine Bedrohung für unsere Welt", die von 1982 bis 1988 in 18 Städten von 15 Ländern zu sehen war. Die Ausstellung "Krieg und Frieden - Von einem Jahrhundert des Krieges zu einem Jahrhundert der Hoffnung" wurde zusammen mit dem UN Department of Disarmament Affairs entwickelt und von 1989 bis 1994 ebenfalls international gezeigt.

Kulturelle Initativen

Beispiele für das Engagement der SGI auf kulturellem Sektor sind das "Institut für Orientalische Philosophie" (IOP) mit Hauptsitz in Tokio, das "Victor Hugo Haus der Literatur" in Paris, die "Min-On Konzertvereinigung" in Tokio oder das "Tokio Fuji Kunstmuseum". Diese Institutionen arbeiten als gemeinnützige Stiftungen und dienen der Verständigung zwischen östlicher und westlicher Kultur.

Das europäische Zentrum des IOP und eine Bibliothek befinden sich im britischen Kulturzentrum Taplow Court bei London, auch im deutschen
Kulturelle Veranstaltung von Min-On
Von Min-On organisierte Japan-Tournee des Hamburg Balletts unter der Leitung von John Neumeier (Januar/Februar 2005, hier Szene aus ''Nijinsky'')
"Kulturzentrum Villa Sachsen" werden in lockerer Folge Veranstaltungen des IOP durchgeführt. Im Victor Hugo Haus der Literatur befasst sich eine Dauerausstellung mit der literarischen Arbeit und der humanistischen Philosophie Hugos.

Alljährlich finden etwa 1.500 von Min-On gesponserte Aufführungen statt, über 80 Nationen nahmen bis heute am Austausch teil. Als "Museum, das Brücken über den Globus schlägt" stellt das Tokio Fuji Kunstmuseum die eigenen Sammlungen, die 5.000 Objekte japanischer und westlicher Kunst umfassen, Museen in aller Welt zur Verfügung. Das Museum organisierte auch die erste größere Ausstellung westlicher Kunst in Südkorea.

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