Daisaku Ikeda

Dritter Präsident der Soka Gakkai

Daisaku Ikeda ist ein buddhistischer Philosoph, Friedensstifter, Erzieher, Autor und Dichter. Er ist dritter Präsident der Soka Gakkai und Gründungspräsident der Soka Gakkai International (SGI).

Ikeda wurde am 2. Januar 1928 in Tokio als Sohn einer Familie von Algenfischern geboren. Als Teenager erlebte er die verheerenden Auswirkungen und das sinnlose Grauen des Zweiten Weltkrieges. Einer seiner Brüder kehrte nicht mehr von der Kriegsfront zurück, worunter seine Mutter entsetzlich litt. Diese Erlebnisse wurden zum Antrieb seines lebenslangen, leidenschaftlichen Einsatzes für den Frieden und das Glück der Menschen. Sein Hauptanliegen von Beginn an: die grundlegenden Ursachen für Kriege zu erkennen und zu beseitigen.

1947, im Alter von 19 Jahren, begegnete Daisaku Ikeda zum ersten Mal Josei Toda (1900–1958), Pädagoge und späterer zweiter Präsident der buddhistischen Gemeinschaft Soka Gakkai. Vom ersten Augenblick an schätzte Ikeda Toda als einen Mann, der für seine Überzeugungen einstand und tiefgründige buddhistische Konzepte ohne Überheblichkeit in verständlichen Worten erläutern konnte. Er fand bald eine Anstellung bei einem der Unternehmen Todas und setzte unter dessen Anleitung seine Ausbildung fort. Toda wurde zum Mentor für sein gesamtes Leben. Im Mai 1960, zwei Jahre nachdem Toda gestorben war, wurde Ikeda zum dritten Präsidenten der Soka Gakkai ernannt. Unter seiner Führung begann eine Ära der Erneuerung. Fortan engagierten sich die Mitglieder der Soka Gakkai vermehrt für Frieden, Kultur und Bildung. 1975 gründete Ikeda die internationale Vereinigung Soka Gakkai International (SGI) und wurde deren erster Präsident.

Daisaku Ikeda (li) und Josei Toda (re), März 1958

Ikeda ist außerdem Gründer der Soka-Schulen und –Universitäten: Dieses überkonfessionelle Bildungssystem basiert auf der Werte schaffenden Erziehung von Tsunesaburo Makiguchi. Die Soka-Pädagogik zielt darauf ab, das einzigartige kreative Potenzial der Schüler*innen zu fördern und eine Ethik des Friedens, des sozialen Engagements und globalen Bewusstseins zu kultivieren.

Ikeda vertraut auf den Dialog als wichtigstes Instrument, um dauerhaften Frieden zu etablieren. Seit den 1970er Jahren tauscht er sich deshalb mit Persönlichkeiten aus der ganzen Welt über kulturelle, pädagogische und politische Themen aus. Zur Umsetzung seiner Friedensvision hat er eine Reihe von unabhängigen, gemeinnützigen Forschungsinstituten gegründet, die interkulturelle und interdisziplinäre Zusammenarbeit auf verschiedenen Fachgebieten fördern. Die von ihm gegründete Min-On Concert Association und das Tokyo Fuji Art Museum fördern zum Beispiel das gegenseitige Verständnis und die Freundschaft zwischen verschiedenen Kulturen durch Musik und Kunst.

„Die menschliche Revolution eines einzelnen Menschen wird dazu beitragen, das Schicksal eines Landes und schließlich der ganzen Menschheit zu verändern.“

Alle Aktivitäten Ikedas sind geprägt von der tiefen Überzeugung von der grundsätzlichen Würde allen Lebens. Seiner Auffassung nach wird weltweiter Frieden vor allem durch eine selbstbestimmte, von innen heraus motivierte Veränderung des einzelnen Menschen möglich – und nicht allein durch gesellschaftliche oder strukturelle Reformen.